Fragen & Antworten: Selfpublishing und Steuern
Steuerpflichten, Umsatzsteuer, Kleinunternehmer-Regelung und abzugsfähige Betriebsausgaben für Autoren.
Ja, sobald du E-Books verkaufst mit dem Ziel Gewinn zu machen (auch als Nebengewerbe), ist eine Anmeldung beim Finanzamt nötig. Das läuft als Freiberufler (Schriftsteller/Autor) oder Gewerbetreibender. Freiberufler = weniger Bürokratie, kein Handelsregister nötig.
Wenn dein Umsatz unter 22.000 EUR im Gründungsjahr und unter 50.000 EUR die folgenden Jahre bleibt, kannst du Kleinunternehmer sein. Vorteil: Keine Umsatzsteuer erheben/zahlen, keine UStVA einreichen. Nachteil: Keine Vorsteuer-Erstattung. Für E-Book-Anfänger ideal.
Nicht als Kleinunternehmer. Als normaler Gewerbetreibender: Ja, 19% Umsatzsteuer in Deutschland. Digital Content (E-Books) in der EU: kompliziert, unterschiedliche Sätze je Land. Der Verkauf über Amazon/KDP handhaben diese Fragen aber für dich.
Cover-Design, Lektorat, Korrektorat, ISBN, Webhosting, Marketing/Werbung, Software (Schreib-Tools), Arbeitszimmer (20-30% abzugsfähig), Bücher/Fachliteratur, Fortbildungen, Konferenz-Tickets. Essentiell: Alles dokumentieren mit Rechnungen/Belegen.
Wenn das Zimmer ausschließlich beruflich genutzt wird, bis 1.250 EUR/Jahr pauschal. Oder: tatsächliche Kosten (Miete, Nebenkosten, Makler) anteilig. Beispiel: 20 qm von 100 qm Wohnung = 20%. Bei 500 EUR Miete = 100 EUR Betriebsausgabe.
Ja, vollständig. Amazon sendet dir eine Jahresbescheinigung. Diese Einkünfte sind Betriebseinnahmen und müssen in der Einkommensteuer (Anlage S oder Anlage EÜR) angegeben werden.
Die einfache Gewinn-Ermittlung für Freiberufler/kleine Gewerbetreibende. Du brauchst keine Bilanz. Einnahmen - Ausgaben = Gewinn. Du reichst das mit der Steuererklärung beim Finanzamt ein. Kostenlos über die ELSTER-Plattform (elster.de).
Einkünfte von KDP (USA), Tolino, Draft2Digital usw. sind alle steuerpflichtig in Deutschland. Die Plattformen senden dir Jahresberichte. Als Freiberufler in der EÜR alle Einkünfte zusammen addieren und versteuern.
Nicht zwingend erforderlich, aber dringend empfohlen! Ein separates Geschäftskonto macht die Buchführung einfacher und schaut beim Finanzamt besser aus. Kosten: 5–15 EUR/Monat.
Ja, Verluste können mit anderen Einkünften (z.B. Angestellten-Gehalt) verrechnet werden. Beispiel: 2.000 EUR E-Book-Verlust + 40.000 EUR Angestellten-Gehalt = steuerpflichtiges Einkommen 38.000 EUR. Das spart Steuern.
Jährlich bis 31. Mai des Folgejahres. Du kannst eine Fristverlängerung beantragen (+4 Wochen). Mit Steuerberater: bis 28. Februar des Folgejahres. Wenn du weniger als 410 EUR Einkünfte hast, brauchst du keine EÜR, nur eine kurze Erklärung.
Für Anfänger mit Nebeneinnahmen (<5.000 EUR/Jahr): Nicht nötig, selbst machbar. Ab 10.000+ EUR Jahresumsatz: Ja, lohnt sich (Kosten ~500–1.500 EUR/Jahr spare dir Fehler und Optimierungen). Kosten sind abzugsfähig.