Das Ende einer Plattform
neobooks wird zum 31. Oktober 2025 seinen Betrieb einstellen. Das ist für die Holtzbrinck-Gruppe ein strategischer Rückzug – die Plattform hatte nie die Marktposition von KDP oder Draft2Digital erreicht. Der Grund liegt auf der Hand: Zu viele Aggregatoren und Direktupload-Optionen haben den Markt zersplittert. Für Nutzer war unklar, warum sie neobooks nutzen sollten, wenn KDP oder epubli die besseren Chancen boten. Jetzt ist Schluss. Etwa 50.000 registrierte Autoren sind betroffen – nicht alle davon aktiv, aber immerhin.
Die wichtigsten Fristen
neobooks gibt allen Autoren bis Ende September Zeit, ihre Titel herunterzuladen und zu sichern. Das ist großzügig gemeint, sollte aber nicht aufgeschoben werden. Ab Oktober ist der Download nicht mehr möglich. Die Plattform wird dann abgewickelt. Das bedeutet: Deine Titel verschwinden aus den neobooks-Katalogen, sind aber nicht gelöscht – du hast sie als EPUB vorliegen. Migration wird nicht automatisch durchgeführt. Du musst selbst aktiv werden.
Option 1: Zu epubli wechseln (die einfachste Lösung)
epubli gehört wie neobooks zur Holtzbrinck-Gruppe – das ist der große Vorteil. Für neobooks-Nutzer gibt es ein Angebot: Migration mit Vergünstigung. epubli ist die Deutsche Alternative mit Print- und E-Book-Upload. Royalties liegen bei 50 Prozent Netto-Verkaufspreis für E-Books, bei Print ist es das übliche Modell nach Format und Druckkosten. Der Vorteil: epubli ist im deutschsprachigen Raum etabliert, die Plattform läuft stabil.
Option 2: Amazon KDP (für maximale Reichweite)
Amazon KDP ist der Platzhirsch – wenn du nicht dort bist, verpasst du den Großteil des deutschen E-Book-Marktes. Bei KDP verdienst du 70 Prozent bei Preisen zwischen 2,99 und 9,99 Euro, darunter 35 Prozent. Der Nachteil: KDP Select bindet dich exklusiv an Amazon. Wenn du Wert auf Vielfalt legst, ist das ein Problem. Aber allein mit KDP-Traffic lassen sich mehr Bücher verkaufen als mit neobooks je möglich war.
Option 3: Draft2Digital oder Findaway Voices
Beide Plattformen verteilen deine E-Books an alle großen Kanäle – Kobo, Apple Books, Google Play und weitere. Draft2Digital hat eine deutsche Community und einfache Bedienung, Findaway ist global etabliert. Die Royaltyquote liegt um die 50–60 Prozent, die Reichweite ist breiter als bei neobooks. Vorteil: Du behältst die Kontrolle, der Preis bleibt dein Preis, und du erreichst nicht nur Amazon-Leser.
Was ist mit deinen ISBNs?
Das ist die kniffligste Frage. ISBNs, die du über neobooks bezogen hast, sind dein Eigentum – aber die Verlinkung zu Höhe und Verlag ändern sich bei Migration. Das ist ein administratives Problem, aber kein buchhalterisches. Wenn du mit Originalformat wechselst (also nicht über neobooks selbst), musst du möglicherweise neue ISBNs kaufen. Das kostet in Deutschland ab 40 Euro pro ISBN. Kostenlos sind ISBNs nur bei epubli und anderen Plattformen – aber dann ist auch epubli als Verlag eingetragen.
Quellen: neobooks Ankündigung September 2025; Vergleich der Royalty-Modelle von epubli, KDP, Draft2Digital (Stand Oktober 2025)