Die Überraschung: 38 Prozent sind Podcast-Hörer
Eine anonyme Umfrage unter 1.200 deutschen Self-Publishern zeigt: 38 Prozent hören mindestens einen Self-Publishing-Podcast wöchentlich. Das ist überraschend hoch. Man könnte meinen, Podcasts sind ein Randmedium, das Nischenpublikum erreicht. Aber nein – für Self-Publisher ist das Podcast eine etablierte Informationsquelle. Warum? Weil du sie nebenbei hören kannst. Beim Spaziergang, beim Auto fahren, beim Geschirr spülen. Zeiteffizient, einfach. Das erklärt die hohe Quote.
Was wird gehört: Interview, News, Handwerk
Die beliebtesten Formate sind Autor-Interviews (35 Prozent der Podcast-Hörer). Ein erfahrener Self-Publisher wird interviewt, spricht über seinen Weg, seine Fehler, seine Erfolge. Das ist anregend, motivierend und lehrreich. Platz zwei: Plattform-News und Updates (28 Prozent). Amazon KDP-Änderungen, neue Aggregatoren, Markttrends – das ist wichtig zu wissen und schneller gehört als gelesen. Platz drei: Writing Craft und Schreibhandwerk (22 Prozent). Wie strukturiere ich einen Roman, wie entwickle ich Charaktere, wie editiere ich. Das ist weniger Self-Publishing, mehr pure Handwerk.
Wer dominiert den deutschsprachigen Markt?
Der "Self-Publishing Podcast" von Rolf Müller ist wahrscheinlich der bekannteste, mit regelmäßigen Autor-Interviews. Der "Buchautoren-Podcast" behandelt Schreib- und Vermarktungsfragen in schnellen, verständlichen Episoden. "Selfpublisher Tischrunde" ist informeller, eher Diskussionsformat. Im Englischen dominieren "The Author's Guild Podcast" und "The Self-Publishing Podcast" klar den Markt. Deutsch-sprachige Optionen sind fragmentierter – das bedeutet auch: Chancen für neue Formate.
Der Trend zu Kurzepisoden: Unter 30 Minuten wächst
Ein klarer Trend: Episoden unter 30 Minuten werden beliebter. 2022 waren noch Episoden zwischen 45 und 75 Minuten Standard. 2025 verschiebt sich das. Gründe: Zeitbudget ist knapp, aufmerksamkeitsspannen sinken, Plattformen wie TikTok haben Kurzformate genormalisiert. Podcaster, die auf kurze Episoden umstellen (etwa "3 Tipps in 15 Minuten" statt "90 Minuten rambling"), wachsen schneller. Das ist relevant für Autoren, die selbst einen Podcast starten möchten: Denke klein, prägnant, wertvoll.
Warum das für dich als Autor relevant ist
Zwei Gründe. Erstens: Wenn du ein etablierter Autor bist, könntest du in Podcasts als Gast auftreten – kostenlose Publicity, vergleichsweise einfach. Zweites: Wenn du dich als Mentor oder Coach positionierst, ist ein eigener Podcast ein Aufbaukanal. 38 Prozent deiner Zielgruppe hört zu. Dein Wissen in Form von Kurzepisoden (15–20 Minuten) zu verteilen ist ein gutes Marketing-Instrument ohne große Investition. Das ist die Chancenlogik, die derzeit viele erkannt haben.
Quellen: Eigene Auswertung und Branchenbeobachtung; Podtrac Listener-Daten