Kindle-Unlimited-Auszahlungsrate fällt auf neuen Tiefstand

Im Juli 2025 lag die KENP-Rate bei 0,00428 Dollar – der niedrigste Wert seit drei Jahren.

Kindle Unlimited Rate 2025 – Selfpublishing Akademie
Kindle Unlimited: Verguetungsrate 2025 (Grafik: Selfpublishing Akademie)

KENP-Rate im freien Fall

Die Auszahlungsrate für gelesene Seiten in Kindle Unlimited ist auf ein neues Rekordtief gerutscht. Im Juli 2025 lag die sogenannte KENP-Rate (Kindle Edition Normalized Pages) bei 0,00428 US-Dollar pro gelesener Seite. Das ist ein Rückgang von etwa 14 Prozent gegenüber Juli 2024, als die Rate noch bei 0,00497 Dollar lag. Der Trend ist deutlich: 2022 notierte die KENP-Rate noch bei durchschnittlich 0,005 Dollar. Seitdem geht es nur bergab.

Warum Amazon die Rate drückt

Zwei Faktoren spielen eine Rolle: Erstens ist die Menge der hochgeladenen Seiten im KU-Pool massiv gestiegen. Das klingt paradox – mehr Seiten sollten mehr Geld bringen. Tatsächlich führt es aber dazu, dass der Gesamtpool (derzeit etwa 500 Millionen Dollar monatlich) unter deutlich mehr Seiten verteilt wird. Zweitens haben sich die Anteile verschoben: KI-generierte Titel sind seit 2023 ins KU-Programm geströmt. Viele davon sind hunderte oder tausende Seiten dick – ohne entsprechende Lesernachfrage. Das bedeutet: Seiten werden hochgeladen, aber nicht gelesen. Am Pool ändert das nichts. Das Geld wird trotzdem gleich verteilt.

Was das für deine Einnahmen bedeutet

Bei einer Rate von 0,00428 Dollar brauchst du für einen Dollar Verdienst rund 233 gelesene Seiten. Ein durchschnittlicher Roman (300–400 Seiten) muss also etwa 58–78 Mal vollständig gelesen werden, um dir einen Dollar zu bringen. Das klingt wenig – ist es auch. Wenn dein 350-Seiten-Roman monatlich 500 Mal gelesen wird (eine solide Leistung), verdienst du etwa 750 Dollar. 2022 wären es noch etwa 880 Dollar gewesen. Der Unterschied ist erheblich.

Lohnt sich KDP Select noch?

Die Frage, die viele Autoren stellen: Soll ich Select kündigen und mein Buch überall verkaufen? Die Antwort ist differenziert. Für Autoren mit schwachen Verkäufern ist Select oft nicht mehr attraktiv – der KU-Umsatz wird unter Umständen von einigen Exemplaren an anderen Plattformen überholt. Für Serien-Autoren mit großer Leserschaft und guten Ratios (also hohe Prozentsätze der gelesenen Seiten) kann Select aber noch lohnend sein. Ein weiteres Jahr unter diesen Bedingungen wird zeigen, ob die Grenze kippt.

Was die Community sagt

Autoren-Foren berichten vermehrt von Autoren, die aus KDP Select aussteigen. Die Gründe: sinkende Einnahmen, Wunsch nach Plattformvielfalt (Tolino, Kobo, Draft2Digital), und der Wille, nicht komplett von Amazons Gunst abhängig zu sein. Gleichzeitig gibt es noch immer Titel, deren KU-Erfolg enorm ist – diese Autoren werden Select behalten.

Quellen: Amazon KDP KENP-Übersicht; eigene Berechnungen auf Basis öffentlicher KDP-Berichte

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