Der Selfpublisher-Verband, der Zusammenschluss unabhängig publizierender Autoren im deutschsprachigen Raum, hat die Ergebnisse seiner Jahresumfrage 2025 veröffentlicht. 1.723 Personen haben teilgenommen, davon 1.429 aktive Selfpublisher. Die Umfrage gibt Einblicke in Einnahmen, Plattformwahl, Marketing und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern.
Einnahmen: Ehrliche Zahlen, nüchternes Bild
Wie schon in den Vorjahren verdient die große Mehrheit wenig: 67 Prozent der Befragten liegen bei unter 50 Euro Umsatz im Monat, weitere 10 Prozent zwischen 51 und 100 Euro. Die Umfrage hält damit fest, was viele bereits wissen: Self-Publishing ist für die meisten Autoren kein Ersatzeinkommen, sondern ein Nebenverdienst – oder schlicht eine Möglichkeit, das eigene Werk zu veröffentlichen, unabhängig vom Kommerzerfolg.
Am oberen Ende wird es dünn: Nur knapp 4 Prozent erzielen 2.000 Euro oder mehr im Monat – die Schwelle, ab der der Verband von einem Einkommen spricht, das die Lebenshaltungskosten deckt. 2024 lag dieser Anteil noch bei 7 Prozent.
Plattformen: KDP vorn, tredition holt auf
Amazon KDP bleibt mit 43 Prozent die meistgenutzte E-Book-Plattform. Dahinter hat sich das Feld verschoben: tredition springt von Platz 5 auf Platz 2, BoD fällt von Platz 1 auf Platz 3, tolino media folgt dahinter. Bei Print-on-Demand liegt tredition mit 51 Prozent sogar auf Platz 1, vor Amazon KDP und BoD. Wer auf KDP Select verzichtet, kann sein E-Book ohne großen Mehraufwand auf allen Plattformen anbieten und so seine Reichweite erhöhen.
Marketing: Was die Top-Verdiener anders machen
Aufschlussreich ist der Blick auf die Teilgruppe der umsatzstarken Autoren (ab 2.000 Euro monatlich). Bei ihnen steht die eigene Website mit 84 Prozent auf Platz 1 der Marketing-Maßnahmen, Social Media auf Platz 2 und der eigene Newsletter auf Platz 3 – im Gesamtfeld landet der Newsletter nur auf Rang 7. Bei den Social-Media-Kanälen liegen Instagram und Facebook gleichauf vorn, TikTok folgt bei den Top-Verdienern auf Platz 3.
Dienstleister: Cover, Korrektorat, Lektorat
Auch bei den Dienstleistern gilt die Aussage für die Top-Verdiener-Teilgruppe: Am häufigsten beauftragen sie Coverdesign (Platz 1), gefolgt von Korrektorat und Lektorat. 11 Prozent der umsatzstarken Autoren lagern gar nichts aus. Professionelle Dienstleister sind also kein Muss für den Erfolg – aber die klare Regel.
Hintergrund: Der Selfpublisher-Verband
Der Selfpublisher-Verband ist die Interessenvertretung von über 1.800 unabhängig publizierenden Autoren im deutschsprachigen Raum. Er bietet Informationen, Vernetzungsmöglichkeiten und setzt sich für die Anerkennung von Self-Publishing als gleichwertige Form des Veröffentlichens ein. Mehr Informationen unter selfpublisher-verband.de.
Hinweis: Die Nachfolge-Umfrage ist am 19. Juni 2026 erschienen. Die Ergebnisse haben wir hier zusammengefasst: Selfpublisher-Umfrage 2026.
Quellen: Selfpublisher-Verband: Umfrage 2025, Teil 1, Teil 2, Börsenblatt