E-Book erstellen: Formate, Tools und Tipps für Self-Publisher

Von der Textdatei zum fertigen E-Book – welches Format, welche Software und worauf es beim Upload ankommt.

E-Book-Formate im Überblick

EPUB ist seit 2022 das einzige Format, das zählt. MOBI ist tot. PDF funktioniert, ist aber auf E-Readern eine Qual für Leser.

FormatPlattformStatus 2025Erstellt aus
EPUB 3Alle außer Amazon✅ GoldstandardWord, Scrivener, Sigil, Atticus
EPUB für KDPAmazon KDP✅ EmpfohlenEPUB 3 direkt hochladen
DOCXAmazon KDP⚠️ Akzeptiert, KDP konvertiertMicrosoft Word
KPF (Kindle Create)Amazon KDP⚠️ EingeschränktKindle Create App
MOBIAmazon KDP❌ Veraltet (2022 abgekündigt)Früher Calibre → nicht mehr senden
PDFPrint (KDP, BoD)Nur für Print-DateienInDesign, Word, Scrivener (mit Plugin)

Im Detail:

  • EPUB (Standard): Der offene, moderne Standard. Alle großen Plattformen unterstützen EPUB 3 – KDP, Tolino, Apple Books, Google Play.
  • MOBI: Amazons altes Kindle-Format, 2022 abgekündigt. Neue Bücher brauchen MOBI nicht mehr.
  • PDF: Für stark layoutabhängige Projekte (Sachbücher mit vielen Grafiken). Auf E-Readern starr, nicht reflowable – Leser können Schriftgröße nicht ändern.
  • DOCX: Amazon konvertiert Word-Dateien automatisch. Praktisch, aber weniger Kontrolle über Formatierung und Metadaten.

Welche Software braucht du wirklich?

Calibre (kostenlos) ist das Schweizer Taschenmesser: Konvertiert zwischen Formaten, bearbeitet Metadaten, editiert EPUB. Für alle, die keine Kosten für Spezialsoftware aufwenden wollen, ist das deine erste Wahl.

Scrivener (55 €) ist Schreib- und Strukturierungssoftware zugleich. Es exportiert direkt zu EPUB und ist beliebt bei Profis, die lange Texte mit Kapiteln, Notizen und Recherche-Materialien organisieren.

Vellum (250 USD, nur Mac) produziert besonders schöne E-Books. Beliebt bei Romance- und Fantasy-Autoren, die auf ein professionelles Innendesign Wert legen.

Sigil (kostenlos) für Techniker: Direktes Editieren des EPUB-HTML/CSS. Nur wenn du wissen möchte, was hinter den Kulissen passiert.

Von Word zum fertigen EPUB

  1. Manuskript bereinigen: Doppelte Leerzeichen weg. Absätze über Formatvorlagen, nicht Enter-Taste. Sonderzeichen prüfen.
  2. Struktur aufbauen: Kapitelüberschriften als „Überschrift 1" formatieren – das wird zu Navigationspunkten im E-Book.
  3. Cover einbetten: Mind. 2560 × 1600 px als erste Seite oder in den Metadaten.
  4. Metadaten setzen: Titel, Autor, Sprache (de), Beschreibung, ISBN.
  5. EPUB exportieren und mit dem kostenlosen EPUB Validator (validator.idpf.org) prüfen.
  6. Auf verschiedenen Geräten testen: Kindle-App, Tolino-App, physischer E-Reader.

Bilder und Grafiken: Qualität vs. Dateigröße

Reduziere Bilder auf 72–150 dpi und max. 1200 px Breite – sonst wird das E-Book unnötig groß. JPEG für Fotos, PNG für Grafiken mit Transparenz. Alle Bilder müssen lizenzrechtlich unbedenklich sein.

📏 Faustformel: E-Book-Dateigröße Text ohne Bilder: unter 1 MB. Mit Bildern: unter 50 MB (KDP-Limit). Bei vielen Bildern optimiert die Datei oder die Bilder-Auswahl überdenken.

Eine oder mehrere Plattformen?

Die erfolgreichsten Selfpublisher veröffentlichen auf mehreren Plattformen – Amazon KDP, Tolino (Thalia, Bücher.de) und Apple Books. Ausnahme: KDP Select erzwingt Exklusivität bei Amazon.

Mit Distributoren wie Draft2Digital oder PublishDrive lädst du einmal hoch und erreicht dein E-Book automatisch Apple Books, Scribd, Kobo und weitere. Das erspart dir manuelle Uploads auf jeder Plattform.

Metadaten: Das versteckte SEO-Geheimnis

Gute Metadaten sind die unsichtbare Stellschraube für Sichtbarkeit. Das solltest du kontrollieren:

  • Sprache: Zwingend auf „Deutsch" (de) – falsche Einstellung versteckt dein Buch in den falschen Märkten
  • Autorenname: Immer einheitlich. „Max Mustermann" und „M. Mustermann" sind zwei verschiedene Autoren in der Datenbank.
  • Beschreibung: Die ersten 250 Zeichen entscheiden. Das ist alles, was ohne Klick sichtbar ist – Hook am Anfang.
  • Inhaltsverzeichnis: Ein strukturiertes Inhaltsverzeichnis (NCX für EPUB 2, Nav-Dokument für EPUB 3) ist Voraussetzung für korrekte Navigation und Darstellung.
🔍 DRM: Schützen oder nicht? DRM (Digital Rights Management) soll Kopieren verhindern. In der Praxis schreckt es ehrliche Käufer ab, die ihr Buch auf mehreren Geräten lesen möchten. Viele Selfpublisher verzichten darauf – wenig Einfluss auf Piraterie, aber deutlich bessere Kundenzufriedenheit.
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