Was kostet Self-Publishing? Die Kostenübersicht

Von 0 bis 4.000 Euro: welche Posten anfallen, was sie am deutschen Markt kosten und wo Sparen sinnvoll ist.

Die Kosten im Überblick

Self-Publishing kostet nichts, wenn du alles selbst machst, und 4.000 Euro, wenn du jeden Schritt einkaufst. Beide Wege sind legitim, nur ehrlich sollte die Entscheidung sein. Die Tabelle zeigt die üblichen Posten mit Preisspannen vom deutschen Markt (Stand Oktober 2026):

PostenGünstigÜblichWovon der Preis abhängt
Lektorat0 € (Testleser)1.000–3.000 €Umfang (oft 0,20–0,30 € je Wort oder 4–8 € je Normseite), Stil- oder Inhaltslektorat
Korrektorat0 € (Software)300–900 €Normseiten, Textzustand; etwa ein Drittel des Lektorats
Cover0–50 € (Canva, KDP Cover Creator)300–1.000 €Premade (ab 100 €) oder Einzelanfertigung, Print-Umschlag mit Rücken
Buchsatz / Innenlayout0 € (Word, Vellum, Atticus)150–500 €Seitenzahl, Bilder, Tabellen, Hardcover-Extras
E-Book-Konvertierung0 € (Calibre, KDP)40–150 €Software (Jutoh 40 €) oder Dienstleister
ISBN0 € (KDP-ISBN, nur Amazon)70 € (Einzel), 225 € (10er)MVB-Preise; eigene Nummer wandert mit
Pflichtexemplare2 Exemplare plus Porto10–30 €Deutsche Nationalbibliothek, bei Print zwei Stück
Autorenexemplare, Rezensionsexemplare0 € (E-Book-ARCs)50–150 €Druckpreis plus Versand, meist 5 bis 20 Stück
Marketing-Start0 € (Social Media, Newsletter)100–500 €Amazon Ads, Newsletter-Tool, Leserunden
Autorenwebsite0 € (Baukasten)50–150 € / JahrDomain, Hosting, Tool

Drei Budgets, drei Bücher

0 bis 100 Euro: alles selbst. Du lektorierst mit Testlesern und Software (LanguageTool, Duden-Mentor), setzt das Cover in Canva, formatierst in Word oder Atticus, nimmst die KDP-ISBN und bewirbst das Buch über eigene Kanäle. Das funktioniert, wenn du Zeit hast und ehrlich zu dir bist: Ein ungeprüftes Manuskript und ein Baukasten-Cover kosten später Rezensionen. Für ein erstes Testprojekt oder ein Nischensachbuch mit bestehendem Publikum ist dieser Weg vertretbar.

800 bis 1.500 Euro: die Kerninvestitionen. Korrektorat statt Lektorat (300 bis 600 Euro), ein professionelles Premade- oder Einzelcover (300 bis 600 Euro), eigene ISBN (70 Euro), Rezensionsexemplare und ein kleines Werbebudget. Das ist das Budget, mit dem die meisten ernsthaften Debüts arbeiten, und laut Selfpublisher-Umfrage 2026 geben 56 Prozent der Befragten pro Buch weniger als 500 Euro aus, liegen also darunter.

2.500 bis 4.000 Euro: vollständige Produktion. Lektorat (1.000 bis 3.000 Euro), Korrektorat, Einzelcover mit Printumschlag, professioneller Satz, eigene ISBN, Hardcover-Variante, Launch-Werbung. Das ist die Ausstattung eines Kleinverlags. Sie lohnt sich für Romane in verkaufsstarken Genres, in denen das Cover die Kaufentscheidung trägt, und für Sachbücher, die als Visitenkarte dienen.

Faustregel: Bei 3 bis 4,60 Euro Tantieme pro verkauftem Exemplar braucht ein Buch mit 1.200 Euro Produktionskosten 260 bis 400 Verkäufe, um die Kosten einzuspielen. Rechne das vor der Produktion, nicht danach; der KDP-Tantiemenrechner hilft dabei.

Wo Sparen sinnvoll ist und wo nicht

Sparen lässt sich bei allem, was der Leser nicht sieht oder was du mit Zeit ersetzen kannst: Satz und Konvertierung (gute Software kostet einmalig 40 bis 150 Euro), Website, Autorenexemplare. Nicht sparen solltest du an den zwei Dingen, die der Leser zuerst wahrnimmt: dem Cover, das in der Amazon-Suche in Briefmarkengröße überzeugen muss, und dem Textzustand, der die Rezensionen bestimmt. Ein Korrektorat ist das Minimum; ein Lektorat ist die Investition, die den Unterschied zwischen „nett“ und „empfehlenswert“ macht. Was Lektorat und Korrektorat genau leisten, steht im Artikel Lektorat im Self-Publishing.

Teuer wird es nicht durch die Posten oben, sondern durch Angebote, die Self-Publishern Komplettpakete für 2.000 bis 10.000 Euro verkaufen: „Verlagsverträge“ mit Druckkostenzuschuss, Coaching-Programme, Marketingpakete ohne messbare Leistung. Woran du unseriöse Anbieter erkennst, erklärt die Q&A zur Self-Publishing-Beratung.

Laufende Kosten und was sich absetzen lässt

Nach der Veröffentlichung bleiben wenige Fixkosten: Website und Newsletter-Tool (zusammen 50 bis 300 Euro im Jahr), eventuell Amazon Ads nach Budget, bei Draft2Digital seit 2026 eine Wartungsgebühr von 12 Dollar, wenn das Konto unter 100 Dollar Jahresumsatz bleibt. Print-on-Demand kostet nichts, solange niemand bestellt; Lagerware gibt es nicht.

Alle genannten Posten sind Betriebsausgaben und mindern deinen Gewinn aus der schriftstellerischen Tätigkeit: Lektorat, Cover, ISBN, Software, Werbung, Fachbücher, anteilig Arbeitszimmer und Technik. Das gilt auch, wenn das Buch im ersten Jahr Verlust macht, solange die Tätigkeit auf Dauer Gewinn erwarten lässt. Details im Artikel Steuern für Self-Publisher.

Preisspannen: Marktübersicht deutscher Lektorats- und Coverdienstleister, MVB-Preisliste (ISBN), KDP-Hilfe (Druckkosten), Selfpublisher-Umfrage 2026 des Selfpublisher-Verbands. Stand: Oktober 2026.

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