IngramSpark

Print-on-Demand mit Zugang zum Ingram-Großhandel: stark für englische Ausgaben und Hardcover, kein Ersatz für den deutschen Buchhandel.

★★★★☆

Ingram Content Group / Lightning Source – USA – seit 2013

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Kosten
Keine Einrichtungsgebühr; 1,875 % Vertriebsgebühr je Verkauf
Print Royalty
Listenpreis minus Handelsrabatt (30–55 %) minus Druckkosten
E-Books
Möglich, selten sinnvoll
Buchhandel-Zugang
Ingram-Großhandel (USA, UK, Australien), Online-Shops weltweit
ISBN
Eigene erforderlich
Rabatt an Händler
30–55 % einstellbar, Standard 40 %

Was ist IngramSpark?

IngramSpark ist die Self-Publishing-Plattform des US-Großhändlers Ingram, des größten Buchgroßhändlers der Welt, und nutzt dessen Print-on-Demand-Tochter Lightning Source mit Druckereien in den USA, Großbritannien und Australien. Der Unterschied zu KDP liegt nicht im Druck, sondern im Vertrieb: Titel bei IngramSpark erscheinen im Ingram-Katalog, aus dem Buchhandlungen, Bibliotheken und Online-Shops im englischsprachigen Raum bestellen. Für deutschsprachige Self-Publisher ist IngramSpark deshalb meist kein Hauptkanal, sondern das Werkzeug für englische Ausgaben, internationale Shops und Hardcover in Bibliotheksqualität.

Für den deutschen stationären Buchhandel bleibt der direkte Weg das VLB über BoD, tredition oder epubli; dort bestellen die Barsortimente, nicht bei Ingram.

Kosten: keine Einrichtungsgebühr, dafür Gebühr pro Verkauf

Seit Mai 2023 verlangt IngramSpark keine Einrichtungsgebühr mehr (vorher 49 Dollar pro Titel). Stattdessen gibt es die „Market Access Fee“, eine Vertriebsgebühr vom Listenpreis bei jedem Verkauf über das Ingram-Netz: zunächst 1 Prozent, dann 1,5 und seit dem 1. Februar 2026 1,875 Prozent. Gleichzeitig sind die Druckkosten gestiegen, vor allem bei Farbe und Hardcover; die früheren 25 Dollar für jede Dateiänderung nach 60 Tagen sind dagegen entfallen (Details zur Preisrunde 2026).

Die Rechnung pro Exemplar: Listenpreis minus Handelsrabatt minus Druckkosten minus 1,875 Prozent. Den Handelsrabatt legst du selbst fest, zwischen 30 und 55 Prozent; 40 Prozent ist der Wert, mit dem der Buchhandel rechnet, darunter listen viele Händler nicht. Beispiel der Alliance of Independent Authors: 200-seitiges Schwarz-Weiß-Taschenbuch (6 × 9 Zoll), 15 Dollar Listenpreis, 40 Prozent Rabatt: Vor Februar 2026 blieben rund 4,00 Dollar, seither 3,50 bis 3,70 Dollar. Der Compensation Calculator im Konto rechnet jeden Titel mit den aktuellen Werten durch.

Faustregel: Bleibt nach Rabatt, Druck und Gebühr weniger als ein Euro pro Exemplar, stimmt der Preis oder das Format nicht. In Deutschland gilt der Listenpreis wegen der Buchpreisbindung in allen Kanälen, du kannst ihn also nicht nur für Ingram anheben.

Was IngramSpark besser kann als KDP

Hardcover mit Schutzumschlag oder Kaschierung, Großformate, Farbdruck in zwei Qualitätsstufen, Leinenbindung bei bestimmten Formaten: Die Produktpalette ist breiter als bei KDP. Dazu kommen die Einstellungen, die Buchhändler erwarten: wählbarer Rabatt, optionales Rückgaberecht (Returns), feste Erscheinungstermine mit Vorbestellung. Die Dateiprüfung ist strenger: IngramSpark nimmt nur druckfertige PDFs mit Beschnitt und eingebetteten Schriften, Word-Dateien gar nicht; ein Cover-Template erzeugst du im Konto aus Format, Seitenzahl und Papier.

ISBN und Kombination mit KDP

IngramSpark vergibt keine eigene ISBN, du brauchst eine aus deinem Bestand (ISBN beantragen). Dieselbe ISBN darfst du parallel bei KDP verwenden, solange du bei KDP die „Erweiterte Distribution“ ausschaltest; sonst meldet Ingram den Titel doppelt. Die übliche Aufteilung: KDP beliefert Amazon, IngramSpark den Rest. Die Auszahlung erfolgt monatlich, 90 Tage nach Monatsende für Verkäufe über den Handel, in Dollar, Pfund oder Euro je Marktplatz.

Vorteile

  • Zugang zum Ingram-Großhandel und damit zu Buchhandlungen und Bibliotheken im englischsprachigen Raum
  • Hardcover, Großformate und Farboptionen über das KDP-Angebot hinaus
  • Händlerrabatt und Rückgaberecht einstellbar, Vorbestellungen möglich
  • Keine Einrichtungsgebühr mehr, Dateiänderungen kostenlos
  • Eigene ISBN bleibt bei dir, Kombination mit KDP möglich

Nachteile

  • Kein VLB-Eintrag, also kein direkter Weg in den deutschen Buchhandel
  • Marge nach Handelsrabatt, Druckkosten und 1,875 Prozent Gebühr dünn
  • Strenge Druckdaten-Anforderungen, keine Word-Dateien
  • Oberfläche, Hilfe und Support nur auf Englisch
  • Preiserhöhungen 2026 treffen Farbe und Hardcover besonders

Für wen eignet sich IngramSpark?

Für Autoren mit englischsprachigen Ausgaben, für Sachbuch- und Fachautoren, deren Käufer Bibliotheken und internationale Buchhandlungen sind, und für alle, die ein hochwertiges Hardcover brauchen, das KDP nicht liefert. Wer vor allem auf Deutsch in den deutschen Buchhandel will, ist mit BoD oder tredition schneller und billiger. Wie du beide Welten kombinierst, zeigt der Artikel IngramSpark für den Buchhandel, die Schritte in die Buchhandlung die Checkliste Buchhandel.